Diese 100 haben nun Muskeln statt Schmerzen
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Blizz-Serie: Erfolgsunternehmen und -unternehmer in Regensburg und Umgebung
Heute: Zehn Jahre Regensburger Rückenzentrum

Von Gabriele Scholz

REGENSBURG. Philipp Weishaupt ist einer, der keine Ruhe gibt, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat. Deshalb wird es dem Gründer und Geschäftsführer des Regensburger Rückenzentrums (RFZ) auch gelingen, die Hand voll Patienten von ihren Rückenschmerzen zu befreien, die nicht zu der Erfolgsquote von 92,8 Prozent gehören.

Nicht nur diese 100, viel mehr Patienten können inzwischen Danke sagen

Vor genau zehn Jahren startete der Sportwissenschaftler mit einem Kollegen, der Sportwissenschaftlerin Antje Hofmann und einer Dame im Büro im Gewerbepark D 50. Zehn Jahre später zählt die Crew (mit einem Auszubildenden für Fitnessökonomie) 30 topqualifizierte Köpfe und das Rückenzentrum hat eine Geschichte hinter sich, die nur so gespickt ist von Erfolgen und Auszeichnungen.
Das Konzept von Weishaupt und Dr. Frank Möckel, der 2000 dazustieß, ist denkbar einfach: "Gezielt stärken statt schonen", lautet die Devise der beiden. Weil das so simpel anmutet, hat das RFZ deutschlandweit schon jede Menge Nachahmer gefunden. Niemand kann jedoch solch wissenschaftlich gestütze Topergebnisse wie die Regensburger vorweisen.
Mehrfach räumte das RFZ Preise ab, wenn es um Diagnose und Therapie von Rückenschmerzen ging und geht. Zudem stieg es zum anerkannten Diagnose- und Therapiezentrum des Olympiastützpunkts Bayern und zur lizenzierten Untersuchungsstelle des Deutschen Olympischen Sportbundes auf. Das Unternehmen firmiert außerdem gemeinsam mit dem Institut für Prävention und Diagnostik (IPS) als offizielles Trainingszentrum der deutschen Skinationalmannschaft, des deutschen Baseballverbandes und der Professional Golfers Association of Germany.
Während bei den Leistungssportlern die Muskelpartien gekräftigt werden, die ihren Einsatz (auf Skiern, auf dem Baseball- und Golfplatz) optimieren, sind es bei den ganz normalen Rückenpatienten vor allem die entlang der Wirbelsäule. Auf der Wirbelsäule baute Philipp Weishaupt 1998 sein Rückenzentrum auf. Zuerst hatte er nämlich nur für die eine spezielle Trainingstherapie entwickelt. Inzwischen steht der gesamte Körper im Blickpunkt des Sportwissenschaftlers, Rückenschullehrers und Trainingsspezialisten sowie des Allgemeinmediziners, Sportarztes und Ernährungsexperten, mit dem er zusammenarbeitet.
Philipp Weishaupt und Dr. Frank Möckel ergänzen sich optimal. Das wurde ihnen schnell bewusst, als sie sich das erste mal trafen. Beide waren damals Leistungssportler (Weishaupt Rugby-Nationalspieler, Möckel Extrembergsteiger). "Als Sportler ist man sehr körperbewusst", sagt der RFZ-Geschäftsführer. Dieses Körperbewusstsein trainieren die beiden längst auch bei ihren Patienten, "für die sich damit oft eine völlig neue Perspektive auftut", hat Weishaupt erfahren. Das erste Treffen mit dem Besitzer und Chef vom IPS beschreibt Weishaupt als "Fügung". Denn beiden war die große Bedeutung von Bewegung für den Erhalt der Gesundheit voll bewusst.

Die Menschen, die das Rückenzentrum aufsuchen, haben meistens eine Odyssee durch Arzt- und Heilpraktikerpraxen sowie Krankenhäuser hinter sich. Die meisten leiden nicht nur physisch, auch ihre Psyche ist angeschlagen. Der Dauerschmerz und die Misserfolge haben die Nerven strapaziert. Alle werden anfangs medizinisch gründlich untersucht. Es folgen ausführliche Tests von Beweglichkeit und Kraft. Auf den daraus gewonnenen Daten baut die Trainingstherapie auf. Sie erfolgt an insgesamt 24 Stunden, verteilt auf 12 Wochen. Dafür stehen auf den rund 900 Quadratmetern Therapiefläche spezielle Geräte bereit. Mehr als 4.000 Messungen, die seit 1998 gewonnen wurden, bilden die Grundlage für die eigene RFZ-Diagnosesoftware, die auch bundesweit bei der Trainigstherapie eingesetzt wird. Zwischen 1998 und 2007 wurden zudem 3.865 Analysen von 1.481 Teilnehmern gewonnen. Diese größte unizentrische Studie in Deutschland untermauert das Konzept von Weishaupt und Möckel wissenschaftlich. Will heißen: Jetzt ist bewiesen, dass mit dem Training der Muskeln, die die Wirbelsäule stabilisieren, Beschwerden gelindert werden bzw. ganz verschwinden.

Das Rückenzentrum und seine Erfolge waren bereits 26 Mal Thema medizinisch-sportwissenschaftlicher Publikationen. 23 Examens- und Diplomarbeiten sowie zwei Doktorarbeiten wurden über die dortige Arbeit verfasst. Für Untersuchungen an Schulen und in Betrieben wird seit 2004 eine mobile Rückenteststation eingesetzt. Als Selbsthilfe für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen gibt es zudem den so genannten Rückenratgeber, der Übungen enthält, die ganz leicht in den Alltag eingebaut werden können. Seit dem vergangenen Jahr bilden Rückenzentrum, IPS, die Orthopäden im Gewerbepark und das Physiodrom im Gewerbepark das Sportmedizinische orthopädische Kompetenzzentrum (SOK). Insgesamt stehen nun acht Ärzte, neun Sportwissenschaftler und 20 Physiotherapeuten zur Verfügung. Sie alle bilden eine geschlossene Kette aus Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation. Das vernetzte Know-how ist so im Stande, auch komplizierte Krankheiten zu erkennen und zu therapieren. Pünktlich zum Jubiläum wurde die Physiotherapie mit Qualitätsgarantie und Zulassung für alle Krankenkassenund die Räume im RFZ ausgebaut und erweitert. Am vergangenen Donnerstag gaben sich prominente Sportler, Trainer und Funktionäre im Rückenzentrum die Klinke in die Hand.
Zu den Stars gehörten der Erlanger Professor und Bewegungsspezialist Dr. Klaus Pfeifer von der Uni Erlangen, der mit der Arbeit im RFZ voll konform geht. Wolfgang Meier, der Alpin-Direktor des Deutschen Skiverbandes dankte Philipp Weishaupt im Namen seiner Sportler. Dessen (auf jeden Einzelnen maßgeschneidertes) Trainingskonzept hatte die Skirennläuferinnen und -läufer vor knapp zehn Jahren nämlich aus der Krise geholt.

Am Samstag, 14. Juni, wird der Geburtstag mit einem "Tag der offenen Tür" gefeiert. Dafür wird noch ein eigenes Schnupperprogramm für die Besucher ausgetüftelt.

RFZ-Team

Das RFZ-Team: (hintere Reihe v. li.) Alexandra Frank (Buchhaltung), Sarah Auracher (Assistentin der Geschäftsleitung), Jürgen Klein (Trainer, stellv. fachliche Leitung), Sarah Thannheimer (Physiotherapeutin), Claudia Seebauer (Arzthelferin), Martin Fischer (Physiotherapeut), Dieter Strucks (Trainer), Antje Hofmann (Fachliche Leiterin des RFZ), Christine Heil (Trainerin).
Vordere Reihe v. li.: Dr. med. Frank Möckel (Medizinische Leitung), Philipp Weishaupt (Geschäftsführer), Dr. med. Marion Lenz (Ärztin).



Dr. Klaus PfeiferProfessor und
Bewegungsspezialist
Dr. Klaus Pfeifer
bestätigte das
Konzept des Rückenzentrums














Wolfgang Maier

Wolfgang Maier, der Alpin-Direktor
des Deutschen Skiverbandes,
dankte für das RFZ-Trainingskonzept
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