Erfolg des Regensburger Rückenmodells
Blizz
Aktiv-Tag des RFZ am Samstag, 8. November, im Gewerbepark D 50


Regensburg - Sechs von zehn Menschen mit chronischen Rückenschmerzen sind nach Absolvierung der analysegestützen medizinischen Trainingstherapie für die Wirbelsäule im Rückenzentrum Regensburg (RFZ) schmerzfrei. Neun von zehn Patienten freuen sich, weil der Schmerz deutlich nachlässt.

Das sind zwei von vielen Ergebnissen der größten unizentrischen Rückenstudie Deutschlands. Sie wird beim sechsten Rücken-Aktiv-Tag im RFZ vorgestellt werden. In der nächsten Ausgabe der bundesweit erscheinenden "Zeitschrift für physikalische Therapie in Theorie und Praxis" ist sie zudem nachzulesen. Diese Zeitschrift hat bereits 2002 über das Qualitätsmanagement des RFZ berichtet.
"Nur, wer über eine ausreichende Dokumentation verfügt, kann Qualitätssicherung betreiben, kann überhaupt Aussagen zur Qualität machen", sagte damals der Bewegungswissenschaftler und RFZ-Chef Philipp Weishaupt. Ohne Dokumentation gebe es keine Daten, ohne Daten keine Information und ohne Information keine Erkenntnisse bezüglich der Qualität.
Seit 1998, kurz nachdem das RFZ eröffnete, wurden dort die Krankheitsverläufe akribisch dokumentiert und eine in dieser Form wohl einmalige Datenbank aufgebaut. Nur damit wurde die jetzt veröffentlichte Studie überhaupt machbar. Die erfassten Daten ermöglichten es erstmals, die Therapie-Qualität zu messen, sie zu verbessern und Schritt für Schritt das "Regensburger Rückenmodell" zu entwickeln. Das RFZ wurde so " zu einem Kronjuwel unter den deutschen Therapie-Instituten" (Prof. Dr. Nerlich, Uni Regensburg).
Die Ergebnisse werden durch Studien der AOK Baden-Würtemberg und des Uniklinikums Freiburg bestätigt. Darin wurden mehrere ambulante Rehabilitationsmaßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Kosten untersucht. Dabei erwies sich die (im RFZ praktizierte) ambulante medizinische Trainingstherapie als effektivste Therapieform. Als besonderer Vorteil wurde herausgestellt, dass diese Therapie auch berufsbegleitend durchgeführt werden kann.
Basis des Erfolgskonzepts ist die Erkenntnis, dass 85 Prozent der Rückenschmerzen im Kern auf Defizite in der Rumpfmuskulatur zurückzuführen sind. Gezieltes medizinisches Muskeltraining ist dabei die wirksamste und billigste Methode zur erfolgreichen Bekämpfung der Rückenschmerzen.
Die gemeinsam mit den im Institut befindlichen Ärzten verschiedener Fachrichtungen (Allgemein-, Sport- sowie Reha-Medizin) betriebene Weiterentwicklung zum Regensburger Modell führt Philipp Weishaupt auf das hauptsächlich auf die Lendenwirbelsäule ausgerichtete Grundkonzept zurück, welches zu einem äußerst erfolgreichen Komplettprogramm gegen Hals-, Nacken-, Brust- und Lendenwirbelsäulen-Beschwerden ausgebaut wurde.
Dazu wurden unter anderem neue Geräte zum Trainieren bisher nicht erfasster Muskeln installiert, es wurde ein Physiotherapiezentrum mit Qualitätsgarantie aufgebaut und mit dem Rückenratgeber ein standardisiertes und gleichzeitig individuell nutzbares Selbsthilfe-Programm für zu Hause entwickelt.
Das Regensburger Rückenzentrum und seine Erfolge waren schon 26 Mal Thema medizinisch-sportwissenschaftlicher Publikationen, es wurden bereits 23 Examens- und Diplomarbeiten sowie zwei Doktorarbeiten über die hier geleistete Arbeit verfasst.

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