Ambulante Operationen helfen Kassen beim Sparen
Mittelbayerische Zeitung

Zusammen mit Kollegen hat Dr. Frank Vescia die Deutsche Tagesklinikgesellschaft e. V. gegründet. Ziel ist die Förderung des ambulanten Operierens.

von Marion Koller, MZ

REGENSBURG. Vescia betreibt mit weiteren Narkoseärzten eine große Praxisklinik im Gewerbepark. 4500 Patienten werden dort im Jahr operiert, Schwerpunkte sind Kniegelenkchirurgie, Bandscheiben-Ops, gynäkologische Eingriffe und Kinder-Zahnoperationen. Allerdings fühlt sich Dr. Frank Vescia, der dem Regensburger Ärztenetz angehört, von der Politik allein gelassen. "Anreize, ambulant zu operieren, sind nicht gegeben", stellt er fest. In Deutschland würden nur zehn Prozent aller Eingriffe ambulant durchgeführt, in den USA beispielsweise seien es über 50 Prozent. Dabei biete das ambulante Operieren dem Patienten eine komfortable Behandlung durch den gewünschten Facharzt, einen hohen Sicherheitsstandard - und es sei kostengünstig. Dr. Frank Vescia sieht deutschlandweit ein Einsparpotential von 1,7 Milliarden Euro. "Viele Politiker wissen nicht, was heute in der Praxisklinik machbar ist", meint er. Weil schonende Operationsverfahren und Narkosemethoden entwickelt werden, seien immer mehr Eingriffe ambulant möglich. Im Gewerbepark werden etwa Bandscheibenschäden seit fünf Jahren bei einem Kurzaufenthalt in der Praxisklinik behoben. Mit der Deutschen Tagesklinik e.V. (DTKG) , der noch 20 weitere Praxiskliniken angehören, will Dr. Frank Vescia den Kontakt zu Gesundheitspolitkern suchen. Ziel sei, eine Patienten und qualitätsorientierte ambulante operative Versorgung in Deutschland einzurichten. Vor wenigen Tagen haben die Anästhesisten im Gewerbepark MdB Maria Eichhorn eingeladen, die dem gesundheitspolitischen Ausschuss des Bundestags angehört, um ihr das Konzept der DTKG und die Situation der Praxiskliniken zu schildern.

Dr. Vescia mit Kollegen und MdB Maria Eichhorn


Wie geht es weiter mit dem ambulanten Operieren? Anästhesist Dr. Frank Vescia, Orthopäde Dr. Christoph Maluche und Gynäkologe Dr. Richard Häusler (von rechts) erläuterten MdB Maria Eichhorn die Situation der Praxiskliniken. (Foto: Koller)
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