Golfsaison in Sicht!
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Dr. Ascher: Gesundheitsratschläge aus der Sicht des golfenden Orthopäden
Im Golfsport sind die Älteren noch weit in der Überzahl und bringen im März und April jährlich die im Winter schlafenden Wehwehchen wieder mit auf den Golfplatz. In der Regel wurde während der Wintermonate keine Kondition aufgebaut, sondern eher leichter Speck angesetzt. An den ersten milden Frühlingstagen dürstet es nun viele nach Frischluft und Bewegung.
Deshalb einige Warnungen aus der Sicht des Mediziners: Die Monate April und Mai sind noch überwiegend kältere Monate mit Wind und Feuchtigkeit in der Luft. Dehnbarkeit und harmonische abgestimmte Bewegungen sind von Wärme und Lockerheit bei geringer muskulärer Spannung mit abhängig. nur warme Kleidung mit guter Atmungsfähigkeit und Windabweisung kann hier helfen.
Ergänzend können stabilisierende und wärmende Bandagen an Knie, Ellenbogen oder in der Kreuzregion eingesetzt werden, die vor Auskühlung und Verkrampfung schützen. Die Böden sind zu Begitt der Saison noch feucht, tief und rutschig. Empfehlenswert ist die Erneuerung der Soft-Spikes. Unnötige Rutschpartien mit Außenbandrissen, Knöchelbrüchen oder Knieverdrehungen und Meniskusschäden bleiben erspart. Auch der Angriff der Zecken sollte bedacht werden, die schon im Frühjahr hoch aktiv werden und Borreliose und Gehirnhautentzündung übertragen können. Unbedingt die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)-Auffrischungsimpfung überprüfen, bei umschriebenen Hautrötungen gerade im Beinbereich oder im Nacken - selbst ohne erkennbaren Zeckenbefall - sofort den Arzt aufsuchen.
Das Älterwerden beginnt grundsätzlich früher, als es der meist noch junge Kopf wahrnimmt, an den Bandscheiben zum Teil bereits ab dem 20. Lebensjahr. Nun sind gerade im Golfsport die Körperdrehungen im Knie- und Hüftgelenk, in der Hals und Lendenwirbelsäule und den Schultergelenken entscheidend für einen gut ausgeführten Golfschlag. Das Durchreißen bei ruckartiger Beschleunigung mit hoher Intensität - nach dem Vorbild eines Tiger Woods - führt selten zum "longest drive", dafür fast zwanghaft in die orthopädische Praxis. Verdrehungen in gebeugter Knieposition sind die klassischen Auslöser für Meniskuseinrisse, bei entsprechender Veranlagung auch für Kniescheibenteilverrenkungen. Die Orthopäden finden gerne einen Weg, diese unangenehmen Reizzustände auf konservativem Wege mit Injektionen, Medikamenten, Stoßwelle, Manualtherapie, Osteopathie oder auch Training wieder zu beseitigen oder Meniskus- und Bandscheibenschäden im Einzelfall auch auf operativem Wege zu sanieren. Besser wäre es, sich rechtzeitig an die meist schon bekannten Schwachstellen zu erinnern und im Bewegungs- und Trainingsaufbau jedes Jahr neu zu berücksichtigen.