Mögliche Vorboten eines Schlaganfalles ernst nehmen
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Praxis Dr. Kariopp: Zeitfenster von maximal sechs Stunden für medikamentöse Behandlung nutzen
Kommt es zu Lähmungen des Gesichtes und/oder Arme und Beine, zu Sprech- oder Sprachstörungen, zu Taubheitsgefühlen oder starken Schwindelerscheinungen, kann eine Durchblutungsstörung des Gehirns die Ursache sein. Wenn diese Symptome nicht unverzüglich verschwinden, sollte sofort eine neurologische Klinik aufgesucht werden, da in vielen Fällen innerhalb eines Zeitfensters von deutlich weniger als sechs Stunden noch eine medikamentöse Lyse (Auflösung) der Gefäßverstopfung in der Klinik möglich ist.
Auch wenn die Ausfälle bereits nach Minuten wieder verschwunden sind, sollte der Vorfall umgehend neurologisch abgeklärt werden, da es sich um Vorboten eines Schlaganfalles handeln kann. Der Neurologe wird in diesem Falle eine ausführliche körperliche Untersuchung, eine Untersuchung der „Gehirnströme“ (EEG), Nervenmessungen des Hirnstammes und eine Darstellung der hirnversorgenden Gefäße mit Doppler und Duplex (Ultraschall) in seiner Praxis durchführen. Daran wird sich eine Untersuchung des Gehirns mit Kernspintomografie oder Computertomografie in Zusammenarbeit mit dem Radiologen anschließen.
Zeigen sich tatsächlich Hinweise auf eine Durchblutungsstörung des Gehirns, würde der Neurologe die entsprechenden therapeutischen Maßnahmen veranlassen: Beispielsweise sind dann Medikamente zur Durchblutungsförderung und zur Vorbeugung eines Schlaganfalles sowie eine Optimierung der Gefäßrisikofaktoren notwendig. Da bei einem Schlaganfall jedoch oft bleibende Schäden entstehen, sind gerade hier vorbeugende diagnostische und therapeutische Maßnahmen durch den Neurologen entscheidend wichtig: Jede Person über 40 – und gerade diejenige mit Gefäßrisikofaktoren – sollte sich zumindest einmal die Halsschlagadern mit dem völlig harmlosen Duplex-Ultraschallverfahren untersuchen lassen, um zu erkennen, ob bereits arteriosklerotische Gefäßveränderungen vorliegen und ob prophylaktische Maßnahmen zur Schlaganfall-Vorbeugung notwendig sind. (Eine Veröffentlichung aus dem laufenden MediPark-Panorama in der Mittelbayerischen Zeitung, Regensburg/sv.)